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Modellbeispiele
(ganzen Text als pdf-Datei runterladen) Anhand einfacher Modellbeispiele möchte ich aufzeigen, dass ein Wirtschaftssystem, das auf (Geld-)Steuern basiert, allenfalls nur problematisch funktionieren kann. Daß in Krisensituationen, z. B. während des letzten Krieges und auch in den Folgejahren, auf vieles verzichtet werden mußte, ist wohl allgemein verständlich. Nur wenige Jahre danach aber waren die nicht unerheblichen Kriegschäden fast wieder beseitigt und heute, im Jahr 2006, wo das deutsche Volk jahrzehntelang fleißig geschafft hat, müßte es uns eigentlich blendend gehen; das Geld dürfte kein Thema mehr sein, Deutschland könnte das Schlaraffenland sein, in dem jeder, zumindest jeder Deutsche, sorgenfrei leben können müßte. Die Wirklichkeit ist aber ganz anders. Die Armut im eigenen Land hält Politiker nicht davon ab, Geld im großen Stil in die Welt hinaus zu verschenken, teils für humane Zwecke, teils aber auch für Kriegsmaterial. Da unsere Wirtschaft aber sehr leistungsfähig ist, müßte das nicht zu Armut führen. Nicht nur Deutschland spürt dieses Geldproblem, eigentlich die ganze Welt. Es ist also naheliegend, daß die Ursache für diese Fehlentwicklung in dem weltweit angewandten Geldsystem liegt. Doch was ist da wohl falsch? Nun – man kann eine Theorie prüfen indem man sie ausprobiert. Wenn das aber im Großen nicht möglich ist, so kann man sich kleine Modellbeispiele konstruieren und an denen die Theorie ganz praxisnah ausprobieren. Fangen wir doch einmal damit an: Ein (Staats-)Modell sollte immer so klein wie möglich und nur so groß wie nötig sein. Es sollte aber realistisch sein, das heißt, es sollte, wenn die Bürger entsprechend handeln würden, auch ohne Geld funktionieren. Um möglicherweise vorhandene Systemfehler zu finden, sollte das Modell eine nach herkömmlichem Verständnis kritische Situation darstellen. Manche Hobbyforscher machen den Fehler, daß sie ein Modell an die zu prüfende Theorie anpassen. Mit dieser Vorgehensweise wird man keine systemimmanenten Fehler finden. Dennoch habe ich bisher ausschließlich die auf den ersten Blick befremdliche Erfahrung machen müssen, daß Menschen, die meine Vorgehensweise zur Finanzierung eines Staatswesens nicht verstanden haben, seien es nun Politiker jeglicher Couleur, Universitätsprofessoren des Fachbereichs Ökonomie, Mathematiker, Physiker oder sonstige Berufsgruppen gewesen, grundsätzlich daran gingen, meine Modelle so umzubauen bzw. zu erweitern, daß sie zwar komplizierter, aber deswegen nicht stimmiger wurden. Vermutlich kommen viele in einer westlichen Gesellschaft sozialisierten Erwachsenen nicht über das alles übergreifende ökonomische Dogma hinweg, daß ein Staat Steuern einnehmen müsse, „um seine Aufgaben finanzieren zu können“ – jedoch: Was jahrzehntelang gelernt, permanent wiederholt worden und schließlich in „Fleisch und Blut übergegangen ist“, ist, so glaubwürdig es zunächst klingen mag, dennoch falsch! Man muß nämlich gar nicht glauben, sondern kann durchaus wissen, wenn man es nur fertig bringt, seine gewohnten und z.T. auch liebgewonnenen Denkschemata zu verlassen. Doch diese sind bei vielen Menschen so stark eingeprägt, daß sie selbst ihrer eigenen Anschauung nicht mehr trauen! Hinzu kommen natürlich sämtliche nur vorstellbaren bewußten Ängste und unbewußten Befürchtungen im Hinblick auf Vokabeln wie „Versagen, Blamieren, Eingestehenmüssen…“ und dergleichen mehr: Man stelle sich vor, ein seit Jahren anerkannter Universitätsprofessor im Fach Ökonomie müßte einem autodidaktischen Ökonomen, der in seinem aktiven Berufsleben aus einer eher technisch zu nennenden Branche stammte, zugestehen, daß seine Staatshaushalte funktionieren, die eigenen hochwissenschaftlich verbrämten und mit Fachausdrücken gespickten Konzepte aber letztendlich immer wieder an der rauhen Wirklichkeit scheitern! Welch ein Identitäts-, Prestige- und letztendlich auch Macht- und Kontrollverlust einer solchen im gesellschaftlichen Leben stehenden, anerkannten Person wäre damit verbunden! Nachdem mir das für viele erwachsene Menschen überbordende Ausmaß des nötigen Umdenkens zu Bewußtsein kam, ist mir zumindest die Erfahrung des Modellumstellens, das meistens von Akademikern, die sich mit dem Thema „Geld“ auseinandergesetzt haben, versucht wird, nicht mehr befremdlich. Während meiner Vorträge zum „Staat ohne Steuern“ jedoch, werde ich großenteils verstanden; das zeigen die interessierten Fragen, die zum Thema gestellt werden. Zum Vergleich des Vorgangs, der mir von unseren Ökonomen ohne sachlich nachvollziehbare Begründung zugemutet wird, werfe ich folgende Frage auf: Würde man einem Physiker, der zum experimentellen Nachweis eines bestimmten natürlich-materiellen Phänomens eine ebenso bestimmt ausgeklügelte Versuchsanordnung (= Modell) ersonnen hat, diese umstellen, nur um anschließend zu behaupten, seine Methode, sein Versuchsaufbau, sein Modell stimme mit der Wirklichkeit nicht überein? Das hatte er ja auch gar nicht behauptet (nämlich die Identität von Modell und Wirklichkeit), sondern immer nur, daß das ersonnene Modell eben jenen Grenzfall einer möglichen Kleinstkonstellation zum Zwecke der Darstellung des im Makroraum wissenschaftlich Erwartbaren repräsentiere! Nichts anderes ist doch der Sinn eines Modells, als die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit innerhalb eines dem menschlichen Auge zumutbaren und mit seiner Hilfe verfolgbaren kohärenten Systems darstellbar zu machen! Im übrigen fällt diesen „Experten“ wohl grundsätzlich nicht auf (Betriebs- oder Branchenblindheit?), daß sie anhand ihrer Umstellungsversuche geradewegs zugeben, daß ihre eigenen Methoden an meinen Modellen schon scheitern, was sie entsprechend auch in der Realität tun. Wir erwarten ja derzeit nicht weniger als den endgültigen Zusammenbruch des gesamten Dollar-Euro-Systems, mit seinen durchaus als katastrophal zu bezeichnenden Folgen.
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Modellbeispiele


