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Es könnten noch eine ganze Menge Beispiele dieser Art angeführt werden Wie man sieht, ist genug Geld bzw. Guthaben da, nur nicht dort, wo es gebraucht wird. So mancher Herzinfarkt geht auf das Konto der angespannten Situation. Im Krieg und den ersten Jahren danach mußte auf viele Dinge verzichtet werden, da die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft stark gelitten hatte. Anders aber heutzutage, am Anfang des 21. Jahrhunderts, wo es ein Waren- und Leistungsangebot im Überfluß gibt. Dieser Überfluß wäre ein Grund, sich zurückzulehnen, glücklich und zufrieden zu sein. Es ist aber geradezu paradox, in dieser Zeit trotz höchster Anstrengungen, auf alles Mögliche verzichten zu müssen. Ich möchte hierzu ein Gleichnis erzählen. Stellen Sie sich vor, in Ihrer Wohnung brennen alle Lichter nur noch dunkel, der E-Herd wird nicht heiß genug, der Staubsauger läuft nur langsam, die Kaffeemaschine braucht lange Zeit, die Küchenmaschine hat nur wenig Kraft. Es ist naheliegend, daß es hierfür eine gemeinsame Ursache gibt. Auch wenn der Hausherr nur mittelmäßig gebildet ist, wird er nicht bei den einzelnen Geräten nach Fehlern suchen. Er wird mit ein bißchen Weitblick erst mal die Netzspannung messen. Unterspannung wäre wohl hier auch der Grund für die Misere. Wie in dem Gleichnis alle Geräte auf elektrischen Strom angewiesen sind, so alle Wirtschaftsteilnehmer auf das Geld. Wenn es überall fehlt, sollte man nicht die Ursachen bei jedem einzelnen Haushalt suchen. Es muß wohl ein Fehler im System sein. Es ist nicht zu erwarten, daß unsere Politiker die Probleme lösen werden, da sie nicht einmal in der Lage sind, die Probleme zu erkennen. Wenn Herr Dr. Waigel, Finanzminister bis 1998, die sogenannte "Sparpolitik" damit rechtfertigen will, indem er sagt, die deutsche Wirtschaft sei an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, so hat er wohl die Zusammenhänge nicht verstanden. Wie paßt es zusammen, daß viele Unternehmen Personal abbauen, die Zahl der Konkurse besorgniserregend steigt, die Arbeitslosigkeit ein andauerndes Problem ist, aber die Läden voller Waren sind und der Briefkasten täglich von Werbematerial überquillt? Wenn der Bundesbankpräsident Tietmeyer am 12. 3. 1994 behauptete, die deutsche Wirtschaft sei überfordert mit den Belastungen der Wiedervereinigung, so ist auch dies offensichtlich eine Fehldiagnose. Wenn die ostdeutsche Wirtschaft zu Boden gegangen ist, so müßte die westdeutsche um so mehr produzieren, um die arbeitslose Ostbevölkerung mit zu versorgen. Der Aufschwung im Westen blieb jedoch aus. Nach wie vor haben wir viele Arbeitslose. Auch andere Länder haben die gleichen Probleme, z. T. noch stärker ausgeprägt, hatten aber keine Wiedervereinigung zu finanzieren. Sie kann also nicht der Grund dafür sein, daß wir uns manche Dinge nicht mehr leisten können und sogar Sozialleistungen gekürzt werden, was besonders im Gesundheitswesen (ältere Mitbürger!) kraß in Erscheinung tritt. << Missstände des etablierten Systems ~ Die Ursache der Misere >>
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