Start Das Patentrezept
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vermeintliche Auswege Drucken E-Mail
Angenommen, der Produzent ist in diesem Modell ein Landwirt, der einen Traktor und einen Pflug besitzt, also eine technische Ausrüstung, die ihn teilweise unabhängig von menschlicher Arbeitskraft macht. Praktisch ist ein moderner Maschinenpark aus unserer hochtechnisierten Landwirtschaft (Agrarindustrie) kaum noch wegzudenken.
Nun kommt manchen die Idee, wenn schon immer mehr Maschinen für uns arbeiten, so muß der Unternehmer für die von seinen Maschinen erwirtschafteten Einkünfte Steuern zahlen, da sonst keine menschlichen Arbeitskräfte als Besteuerungsgrundlage vorhanden sind. Auch hier kommt das Geld für eine eventuelle Maschinensteuer nicht unmittelbar aus der Maschine, die das Produkt hergestellt hat, sondern von den Kunden des Produzenten. Die Beweggründe der Befürworter sind nachvollziehbar (Ausfall von Verdienst und Besteuerungsgrundlage wegen Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen). Es spielt jedoch im Ergebnis keine Rolle, ob es sich um eine Arbeitslosenversicherung, eine Maschinensteuer oder eine andere Abgabe bzw. die Kombination aus diesen verschiedenen Komponenten handelt. In jedem Fall müßte der Produzent alle seine Einkünfte abgeben. Er würde außer für den Eigenbedarf seine Produktion einstellen.
Eine Maschinensteuer löst das Problem also nicht. Ebenso wäre es mit einer Abgabe aufgrund seines Grundstückes, das er für sich zum Wohnen und als landwirtschaftliche Fläche nutzt.

In diesem extrem vereinfachten Modell käme es zum Schluß aus gleiche heraus, wenn der Produzent gleich jedem Arbeitslosen das Geld schenkte. Statt Arbeitslosengeld könnte es sich in der Praxis auch um Beamtenbezüge oder Sozialhilfe handeln. Demgemäß kommt es auch nicht darauf an, wie man die staatlichen Einnahmen bezeichnet, z.B. als Steuer, Beiträge oder sonstige Abgaben.

Nun suchen natürlich die Politiker - im etablierten System - nach Auswegen aus dem Dilemma.
Sie könnten

  1. ständig neues Geld drucken lassen (rasante Inflation)
  2. Abgaben erhöhen (auch 90% Arbeitslosenversicherungsbeitrag reichten nicht aus)
  3. Ausgaben reduzieren (Arbeitslosengeld kürzen)
  4. Staatsverschuldung (der Staat leiht sich Geld bei dem Produzenten).
    Der Staat gibt das Geld wieder aus, es landet wieder bei dem Produzenten und er (der Staat) muß sich dasselbe Geld erneut leihen - und das immer wieder. Da der Staat die Zinsen mit finanzieren muß, nimmt die Staatsverschuldung ein exponentielles Wachstum an.
  5. an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren. Sie sollen sich nicht nur auf den Staat verlassen und selbst für ihre Existenz sorgen.
  6. unrentable Einrichtungen (hier: Arbeitslosenversicherungsanstalt) privatisieren. Der Staat könnte versuchen, die Arbeitslosenversicherung einem der beiden Arbeitslosen zu übertragen. Da dieses Angebot auch für ihn keine Vorteile brächte, eine unrealistische Vorstellung.

Alle diese Punkte sind zu unterschiedlichen Anteilen Realität. Die Arbeitslosenversicherung ist zwar noch staatlich, andere öffentliche Einrichtungen sind bereits privatisiert.

Das Problem wird offensichtlich, wenn man in unserer realen Wirtschaft den Automationsstand theoretisch ins extreme übertreibt. Geht man davon aus, daß unsere Wirtschaft total automatisiert und so leistungsfähig ist, daß alle Bürger mit Waren versorgt werden könnten, hätte niemand mehr Arbeit. Folglich erhält niemand einen Arbeitslohn, von dem er einen Teil, z.B. als Arbeitslosenversicherungsbeitrag abführen könnte.

Als Ausweg aus dem Dilemma sehen die Politiker die "Bekämpfung" der Arbeitslosigkeit. Dieser "Kampf" könnte aber nur gewonnen werden, wenn die hoch technisierten Fertigungseinrichtungen verschrottet, und alles wieder von Hand produziert würde. Wollen wir das wirklich? Es war doch gerade die Automatisierung, die uns einen Wohlstand mit vielen Annehmlichkeiten geschaffen hat. Wenn es nicht anders ginge, müßte man das wohl tatsächlich tun. Es geht aber anders, wie ich nachfolgend am gleichen Modell zeigen werde.

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