Start Das Patentrezept
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Mein Konzept dagegen ermöglicht jedem Teilnehmer schuldenfrei zu leben.

Es ist keine Schuldenwährung.

Das schließt aber auch nicht aus, daß Waren oder Leistungen per Kredit in Anspruch genommen werden.
Es gibt Situationen, in denen dies durchaus sinnvoll ist, z.B. für den Bau eines Hauses. So lange zu sparen, bis der Betrag beisammen ist, wäre vielleicht möglich aber unzweckmäßig. Kredit ist nicht etwa geliehenes Geld, wie es vielfach im herkömmlichen Sprachgebrauch verwendet wird. Das Wort ist sinngemäß mit »Glaubwürdigkeit« zu übersetzen. Wie ein humanes Kreditsystem beschaffen sein soll, möchte ich anhand der folgenden Geschichte erklären.

Das Kreditsystem

Im afrikanischen Busch lebt, fernab von jeder Zivilisation, eine kleine Gemeinschaft von Menschen. Sie haben keinen Kontakt zu anderen menschlichen Siedlungen. Sie wirtschaften ohne Geld. Einer bäckt das Brot für alle, ein anderer macht Schuhe, u.s.w.

Findet sich ein junges Paar zusammen, so helfen alle Männer zusammen und bauen den beiden von den vorhandenen Materialien eine Hütte. Der Mann, der nun mit seiner Familie die Hütte bewohnt, hat im Gegenzug die moralische Pflicht, bei weiteren Hüttenbauten ebenfalls mitzuhelfen. Im herkömmlichen Sprachgebrauch würde man sagen, er ist verschuldet.

Nun aber stirbt der Mann und hinterläßt eine Frau mit 5 Kindern, kann also der Verpflichtung, bei weiteren Hüttenbauten zu helfen, nicht mehr nachkommen.

Wenn nun eine weitere Hütte gebaut werden muß, beraten die übrigen Männer was geschehen soll. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Die Frau mit ihren Kindern muß die Hütte verlassen. Wo sie unterkommen, interessiert die anderen nicht und die Hütte bekommt das neue Paar oder

Die Männer entscheiden, daß die Familie in der Hütte bleiben darf und alle weiteren Hütten ohne den verstorbenen Mann gebaut werden.

Die Männer würden sicher nach der zweiten Variante entscheiden. Wahrscheinlich würden sie gar nicht darüber beraten. Es wäre für sie wohl selbstverständlich, daß die Frau mit den Kindern in der Hütte bleiben darf.

Das wäre human.


Die erste Variante entspricht unserem derzeitigen Kreditsystem. Es ist hart, eisig und inhuman.

Wenn im herkömmlichen System ein Schuldner die Zinsen nicht mehr bezahlen kann, greift die Bank auf die Sicherheiten zu und das wäre womöglich das Haus, in dem die Familie wohnt. Das Haus würde zwangsversteigert. Es kümmert die Bank wenig, ob die Familie obdachlos wird. Ob dann für sie vom Versteigerungserlös noch etwas übrig bleibt, sei dahingestellt. Vorrangig ist, daß die Bank schadlos bleibt.

Bei langfristigen Finanzierungen ist der Zinsanteil meist wesentlich größer als die eigentliche Schuld.

Da im herkömmlichen System nahezu alle Geldkredite über Banken laufen, ist nicht jedem Schuldner ein Gläubiger zuzuordnen. Das macht die Sache anonym. Das Risiko verteilt sich somit auf die Geldgeber der Bank(en). Im Falle von Zahlungsunfähigkeiten sind die Leidtragenden also nicht nur die „Anleger“, die auf einen Teil ihrer Zinsgewinne verzichten müssen, sonder auch alle anderen Bankkunden, etwa Schuldner, die Verluste mit höheren Zinsen ausgleichen müssen, soweit der Markt dies hergibt.

Auch Kredite, die mit Hermesbürgschaften des Bundes an andere Länder gegeben wurden, fallen bei Zahlungsunfähigkeit dem deutschen Steuerzahler zur Last.

In meinem Konzept stellen Schulden eine moralische Verpflichtung dar. Sie sollen aber keine erdrückende Last sein, die womöglich in den finanziellen Ruin führt, also die Lebensgrundlage entzieht.

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